Chianti Classico Riserva 2004
Chianti Classico Riservera 2004

Herkunft / Traube:

Toskana / Sangiovese/Canaiolo

Land:

Italien

Jahrgang:

2004

Alkoholgehalt:

13%

Geschmacksrichtung:  

Sehr trocken

Verschluss:

Sehr guter Kork

Preis:

4,99

Bewertung: 4 von 5 





Geruch/Blume
Reichlich stechend in der ersten Nase, gepaart mit kräftigen Kellertönen, sodass ich Korkschmecker vermuten musste. Bei 4,99€ natürlich keine Freude. Aber die hölzern-vegetativen Noten, die zu der Vermutung führten, sind nur als solche zu beschreiben, Kork hat der Wein zum Glück nicht. Nach dem Schwenken führt der Wein dann auch aus dem Keller - auf den Dachboden! Trocken, staubig wird er dann, und es stellen sich kantige Tannine ein, Schweißnoten durchaus - und etwas Lakritze! Eine Frucht eher nicht, auch wenn es etwas in Richtung Zitrus gehen mag. Wird recht schnell schwächer, bleibt in der schwachen Ausprägung dafür länger erhalten.
Geschmack/Mundgefühl
Ganz analog zur Blume sehr trocken-hölzern im ersten Moment; interessant: Der Wein beschäftigt im Mundgefühl sogar die Innenseiten der oberen Backen, wo er sich pelzig bemerkbar macht... Davon ab lassen die 13% Alkohlol keine solch feurige Session erwarten, wie sie im Munde stattfindet: Von den erwähnten Gastspielen an den Backen über die bis zur Adstringenz gehende Trockenheit auf der Zunge zum krachenden Aufzug die Nase hinauf bleibt der Wein nur am mittleren und vorderen Gaumen etwas farblos. Ein prächtiges Volumen. Einigermaßen Fleisch. Dafür keine spezifizierbare Frucht - das Zitronige der Blume findet sich hier nur in der fruchtbetonten Säure wieder.
Abgang/Nachgeschmack
Der viel zu kräftige Abzug die Nase hinauf verbaselt dennoch nicht einen bemerkbaren Abgang, der vor allem das holzig-Herbe des Weines fein wiederspiegelt. Im Nachgeschmack bleibt eines erhalten, nämlich das Feurige, Ungestüme. Nicht auf der Zunge, aber - deswegen ist auch eher nicht von 'Geschmack' zu reden - die Nase hinauf... das bleibt! Und lässt nach Luft ringen. 

Fazit:
Im Umfeld der zuletzt hier im Weihnachtsgeschäft erworbenen Weine jenseits der 3-Euro-Grenze (inkl. einiger "Parker"-Weine) fällt das Versagen der 5 schwer. Doch ist der Wein zu ungestüm, zu holzig - bedingt durch jahrelange Lagerung - sind die Assoziationen.
Dennoch bei Weitem kein schlechter Wein - und, da er nur kurz im Angbot sein dürfte, auch eine "Aktuelle Empfehlung" wert.

Diesen Kracher muss man probiert haben, und sei es nur als Antipode zu den schwachen - oder den milden - Weinen im Testfeld!

  



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